Gegen geschlechterspezifische Gewalt und Lohndiskriminierung: 16% - Rabatt Aktion in Uster macht Ungleichheit sichtbar

14.06.2025

Menschenrechte stehen weltweit auf dem Prüfstand und wie so oft trifft es jene am härtesten, die ohnehin kaum Schutz erfahren: FLINTA-Personen (Frauen, Lesben, Inter*, nicht-binäre, trans* und agender* Personen), queere Menschen, Geflüchtete, Armutsbetroffene und andere gesellschaftlich Marginalisierte (Marginalisierte Gruppen sind Menschen, die in einer Gesellschaft an den Rand gedrängt werden. Sie erfahren oft Diskriminierung, Ausgrenzung oder Benachteiligung, etwa aufgrund ihrer Hautfarbe, Armut oder Behinderungen).

Die jüngsten Zahlen des Weltbevölkerungsberichts 2025 des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) zeichnen ein erschütterndes Bild. Jede dritte Frau ist im Laufe ihres Lebens von sexualisierter oder partnerschaftlicher Gewalt betroffen. In der Schweiz wird durchschnittlich alle zwei Wochen eine Frau aufgrund ihres Geschlechts getötet. Im Jahr 2025 hat sich die Zahl der Feminizide bereits im ersten Drittel des Jahres im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen Jahre verdoppelt. Schon 15 Frauen sind dieses Jahr aufgrund von patriarchaler Gewalt (Gewalt, die Menschen aufgrund des Geschlechts erfahren, vor allem Frauen, nicht-binäre, trans*, agender oder inter Personen. Diese Gewalt entsteht in einer Gesellschaftsordnung, in der cis Männer mehr Macht besitzen und diese mit körperlicher, psychischer, sexualisierter, sozialer oder struktureller Gewalt sichern, um die bestehenden Machtverhältnisse zu bewahren) gestorben. Diese alarmierenden Zahlen machen deutlich, wie tief patriarchale Strukturen auch in der Schweiz verankert sind. Nicht nur in Form von Gewalt, sondern auch im Alltag.

So ist Gleichstellung nach wie vor nicht Realität: Frauen verdienen 2024 in der Schweiz durchschnittlich 16.2 % weniger als Männer, was monatlich 1'364 Franken beträgt . Im europäischen Vergleich landet die Schweiz damit auf dem traurigen drittletzten Platz. Rund die Hälfte dieser Differenz ist nicht erklärbar und stellt somit eine massive strukturelle Diskriminierung dar. Solche Entwicklungen sind kein Zufall, sondern Ausdruck eines patriarchalen Systems, das weiblich gelesene Personen unterordnet, kontrolliert und unsichtbar macht. Ein weiterer Missstand stellt die binäre Datenerhebung der Statistik dar. Damit wird die Lebensrealität von Menschen ausserhalb des binären Geschlechtersystems unsichtbar gemacht. Auch sie sind von struktureller Diskriminierung und gesellschaftlicher Ungleichheit betroffen. Der feministische Streik setzt sich für alle ein, die von patriarchalen Strukturen benachteiligt werden – unabhängig von Geschlecht oder Geschlechtsidentität. Um auf diese Missstände aufmerksam zu machen, starten die JUSOZürich Oberland und die SP Stadt Uster am kommenden Samstag, 14. Juni, anlässlich des feministischen Streiks eine Aktion.

In den beiden Lokalen Restaurant Hut und Stadtparkgrill in Uster erhalten alle Personen, die von der Lohnungleichheit betroffen sind oder sich aktiv für Gleichstellung einsetzen, einen Rabatt von 16 % – symbolisch für den aktuellen Gender-Pay-Gap. «Unsere Aktion macht sichtbar, was sonst gerne übersehen wird: strukturelle Benachteiligung ist real und sie kostet. Nicht nur Geld, sondern oft auch Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität», so die Vorstände der JUSO Zürcher Oberland und SP Stadt Uster. «Lohngleichheit ist seit über 40 Jahren Verfassungsauftrag. Dass sie bis heute nicht umgesetzt wird, ist ein politischer Skandal. Die Schweizer Politik muss endlich den Turbo zünden in Sachen Gleichstellung. Frauenrechte, die Rechte von trans* und nicht-binärer Personen sind Menschenrechte. Sie sind nicht verhandelbar und schon gar nicht radikal.», führt sie weiter aus. Unsere vollste Solidarität gilt allen Menschen, die unter geschlechterspezifischer Gewalt, Diskriminierung und Unterdrückung leiden.

Für Betroffene:

Allgemeine Opferberatung, Zürich
Telefon: 044 299 40 50
Web: http://www.obzh.ch/

Frauenhäuser Schweiz (DAO – Dachorganisation)
Web: www.frauenhaus-schweiz.ch

Frauenhaus Zürcher Oberland
Telefon: 044 994 40 94

24h Hotlines Häusliche Gewalt
Telefon Zürich: 044 350 04 04

Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ)
Web: www.fiz-info.ch

LGBTIQ+ Helpline
Telefon: 0800 133 133
Web: https://www.lgbtiq-helpline.ch/de