Die Bäckereikette Steiner verkauft einen Wurst-Käse-Salat mit einem rassistischen Namen. Der Begriff ist seit Jahrhunderten eine Beleidigung für Sinti, Roma und Jenische und hat in keiner Theke etwas verloren. Auf die gemeinsame Anfrage der JUSO Zürcher Oberland mit der SP Uster antwortete die Bäckerei Steiner lediglich, der Name sei Tradition.
«Tradition rechtfertigt keine Diskriminierung. Rezepte dürfen logischerweise traditionell sein, Rassismus nicht», erwidert Jael D’Agostino, Co-Präsidentin der JUSO Zürcher Oberland. Wenn sich ein Betrieb als modern und innovativ versteht, dann muss er auch Verantwortung für die Bezeichnungen übernehmen, mit denen er seine Produkte vermarktet. Wer heute noch mit rassistischen Begriffen wirbt, zeigt keine Heimatverbundenheit, sondern Rückständigkeit. Die JUSO Zürcher Oberland fordert deshalb: Die Bäckerei Steiner muss den Namen sofort ändern.
Der Begriff, welchen die Bäckerei verwendet, wurde früher benutzt, um bestimmte Bevölkerungsgruppen auszugrenzen, zu entmenschlichen und zu verfolgen. Es ist kein harmloses Wort aus alter Zeit, sondern steht für Diskriminierung, Gewalt und Leid. Während des Nationalsozialismus wurde dieser Begriff in Konzentrationslagern verwendet, womit er direkt an den Genozid an den europäischen Sinti, Roma und Jenischen erinnert, bei dem hunderttausende Menschen ermordet wurden. «Wer solche Worte heute noch benutzt, trägt bewusst oder unbewusst dazu bei, dass diese Geschichte und die damit verbundene Diskriminierung reproduziert wird. Worte haben Macht. Wenn wir diskriminierende Begriffe unkritisch übernehmen, verfestigen wir Vorurteile.», sagt Severin Gada, Co-Präsident der JUSO Zürcher Oberland. Sinti, Roma und Jenische sind Minderheiten, die auch in der Schweiz bis heute mit Ausgrenzung und Rassismus konfrontiert sind.
Die JUSO Zürcher Oberland fordert die Bäckerei Steiner in ihrer Stellungnahme auf, den diskriminierenden Produktnamen sofort zu ändern und sich öffentlich von diesem Begriff zu distanzieren. Respekt und Gleichberechtigung sind keine Frage der Mode, sondern zentrale Voraussetzungen für ein friedliches und solidarisches Zusammenleben, frei von Diskriminierung und Hass.