JUSO verärgert über Ja-Parole zu Herzkern Uster

Mit einer Protestaktion vor dem Stadthaus kämpfte die JUSO bis zuletzt gegen das Stadtentwicklungsprojekt Herzkern Uster. Dass der Gemeinderat dieses nun plötzlich unterstützen möchte, sorgt bei den Jungsozialist_innen für Kopfschütteln.
Im Dezember 2014 strich der Gemeinderat die finanzielle Unterstützung für Herzkern Uster aus dem Budget. Unter anderem, weil man mit den Ideen des Wirtschaftsforums nicht einverstanden war und der Gemeinderat nicht einmal Zugang zu allen Dokumenten des Projekts bekam. In einer Neuauflage wurde das Projekt 2016 wieder dem Stadtrat vorgelegt, der dem Gemeinderat erneut einen Antrag zur finanziellen Unterstützung des Herzkern-Projekts stellte.
Nicht nur die JUSO sah in dieser Neuauflage keine grosse Veränderung gegenüber dem ersten Projektvorschlag, selbst Vertreter der Mitte sprachen von «altem Wein in neuen Schläuchen». Die Interessen des Gewerbes stehen weiterhin deutlich über den Interessen der Bevölkerung von Uster. Die Stadtentwicklung wird an einen kleinen Verein ausgelagert, der hauptsächlich aus Interessensvertretern der Unternehmen besteht. Die Mitsprache der Bevölkerung ist damit kaum gegeben.
Um die Stimme der Bevölkerung in den Gemeinderat zu tragen, sammelte die JUSO in den letzten Tagen auf einem grossen Plakat Unterschriften von Ustermer_innen, die den Protest gegen Herzkern unterstützen wollten und begrüsste damit die Gemeinderät_innen.
Die vorherrschende Meinung in der Bevölkerung kam dabei deutlich zu Tage: «Schnell füllte sich unser Plakat mit Unterschriften und viele Leute machten ihrem Ärger über die Inhalte von Herzkern Uster Luft. Die Bevölkerung will, dass Uster eine Wohnstadt bleibt und nicht zum Konsumtempel verkommt», so Nadia Kuhn, Co-Präsidentin der JUSO Zürich Oberland.
Florin Schütz, Sekretär der JUSO ZO, fügt an: «Die Erfahrung zeigt, dass Projekte wie Herzkern Uster oftmals zu Gentrifizierung führen. Die Städte agieren als Unternehmen – was keinen Profit abwirft ist unerwünscht.»
Umso weniger Verständnis hat die JUSO für den plötzlichen Meinungsumschwung des Gemeinderats und dafür dass selbst Teile des linken Lagers im Gemeinderat die Gefahren von Herzkern ausblendeten.
Nichtsdestotrotz wird sich die JUSO nicht geschlagen geben und ihren Kampf für eine Stadtentwicklung im Interesse der Bevölkerung weiterführen.

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