Stop Bodyshaming! Gegen gefährliche Schönheitsideale

„Wieder kein Sixpäckli unter dem Weihnachtsbaum?“
„Liken Sie Ihre Figur noch?“
Mit diesen und anderen Sprüchen macht die Fitnesskette „Activ Fitness“ seit ca. Neujahr Werbung in diversen Städten, hauptsächlich an Bahnhöfen. Am Bahnhof Uster bspw., kann man nirgends stehen ohne von irgendwelchen Plakaten als zu dick, zu wenig muskulös oder generell zu wenig schön bezeichnet zu werden. Kurz: Bodyshaming, all over.

Activ Fitness ist bei weitem nicht das einzige Fitnesscenter, welches mit klischeehaften Schönheitsidealen und schamlosem Bodyshaming wirbt. Besonders zur Neujahrszeit, wenn die guten Vorsätze gefasst sind, kriechen die Werbe-Verantwortlichen aus ihren Löchern und packen ihre unrealistischen und gefährlichen Schönheitsideale aus, um sie mittels perfekt platzierten Plakaten, Inseraten und Flyern unter die (meist jungen) Leute zu bringen. So stehen vor Fitnesscenters auch schon mal junge, trainierte Männer, die den meist jüngeren und untrainierteren Männern erzählen, wie schnell und einfach sie auch so ein Muskelprotz werden können, ja sogar müssen, denn, seien wir ehrlich, „die Damenwelt steht drauf“. Oder es werden Plakate gedruckt, auf denen junge Frauen eingetrichtert wird, sie müssen unbedingt sofort ins Fitnessstudio zu kommen, denn „man möchte doch lieber als wunderschöne Meerjungfrau leben, statt als fetter, abstossender Wal“.
Und es sind natürlich nicht nur Fitnesscenters die Bodyshaming betreiben. Wo man auch hinblickt, werden Menschen auf ihr Aussehen reduziert. Wichtig ist nicht mehr der Charakter eines Menschen, sondern die Bikinifigur und das Sixpack. Der Mensch wird auf ein Stück Fleisch reduziert, welches möglichst so daherkommen soll, wie es die Gesellschaft vorgibt. Dabei wird mit schamlosen Mitteln gespielt. Photoshop ist eines davon. Nur die wenigsten der Models auf den Plakaten und in Magazinen sind wirklich so dünn und so trainiert, wie auf den Fotos. Da wird munter retuschiert, um dann jungen Menschen zu sagen: „Und genau SO musst du aussehen, um schön zu sein.“ Retuschiert? Nein. Superschlank, pralle Brüste, hartes Sixpack usw.
Und die Folgen? Klar, die einen werden ins Fitnessstudio gehen, was ja auch absolut nicht verwerflich ist, werden sich gesund ernähren und schlank werden oder sich grosse Muskeln antrainieren. Sie bleiben dabei völlig gesund, physisch wie psychisch.
Aber dann gibt es da noch die anderen und im Namen von ihnen bekämpfen wir dieses widerwärtige Bodyshaming:
Es sind die 3.5% der jungen Menschen, die alleine in der Schweiz an einer Essstörung leiden, 1.7% nur schon an Bulimie, welche im Extremfall zum Tode führen. Auch wenn klar ist, dass zu einer Essstörung noch andere Probleme gehören – das Bodyshaming der oben genannten Institutionen ist nicht förderlich und trägt in den allermeisten Fällen Mitschuld am Absturz dieser jungen Menschen.
Es sind aber auch die über 10% der jungen Männer, die im Alter von 13-17 Jahren bereits enorm ungesunde, muskelaufbauende Präparate schlucken. Und es sind auch die 60% der jungen Mädchen, die sich bereits im Alter von 13-17 Jahren zu dick fühlen und von denen ein Drittel bereits mindestens eine Diät hinter sich hat.
Und dann sind es auch ganz einfach all diejenigen Menschen, welche tagtäglich verunsichert werden, weil sie zu dick, zu dünn, zu schlaksig oder sonst irgendwie so sind, wie sie nicht sein sollten.
Die Fitnessketten generieren einen riesigen Profit, indem sie den Leuten eintrichtern, sie seien nicht schön genug. Dass diesen dabei nicht nur Unmengen von Geld aus der Tasche entrissen werden, sondern dass man auch deren psychische und physische Unversehrtheit aufs Spiel setzt, scheint niemanden zu kümmern. Hauptsache der Profit stimmt.
Wir wollen, dass die Menschen so leben können, wie sie wollen. Ohne von Plakaten herunter als nicht in Ordnung beschimpft zu werden. Ob mit oder ohne Sixpack, ob mit flachem oder rundem Bauch: Ihr seid alle wunderschön! #fuckyourbeautystandards

Mach mit und engagiere dich gegen dieses widerwärtige Bodyshaming!

Erstelle dein eigenes Anti-Bodyshaming-Bild ganz einfach mittels Facebook oder einem Bild auf deinem PC innert nur einer Minute auf bodyshaming.zhoberland.juso.ch

Und/oder engagiere dich aktiv gegen Diskriminierung und für eine bessere Welt und werde JUSO-Mitglied!

Quellen: http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/buerger-verwaltung/artikel/essstoerungen_zu-viele-haben-das-essen-satt/

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